Home Bücher-MixRezensionen/Reviews Vergiss nicht, das wir uns lieben von Barbara Leciejewski

Vergiss nicht, das wir uns lieben von Barbara Leciejewski

von Franzi
3 Kommentare

An verschiedenen Stellen eines Waldes erwachen ein Mann und eine Frau zur gleichen Zeit. Beide ohne eine Erinnerung daran, wer sie sind, an ihre Vergangenheit oder Identität. In dieser schönen, aber menschenleeren Gegend treffen sie in einem Haus am Meer aufeinander. Was erst wie ein Krimi wirkt, wird zu einer Liebesgeschichte von zwei Menschen, die nur füreinander und für den Moment leben. Doch was passiert, wenn irgendwann die Vergangenheit und die Gegenwart sie einholt? Wie stark ist die Liebe wirklich?

Das Buch ist eine Geschichte, wie ich sie bisher noch nicht gelesen habe. Eine Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte. Zunächst geht es sehr mysteriös los, sodass ich tatsächlich das Gefühl hatte, eher einen Krimi zu lesen. Denn wir steigen ein, als eine Frau und ein Mann jeweils an verschiedenen Stellen eines Waldes aufwachen, ohne zu wissen, wer oder wo sie sind. Beide machen sich auf den Weg und treffen in einem Haus am Meer aufeinander. Schnell erfahren sie, dass sie das gleiche Schicksal ereilt hat.

Wir erleben, wie sie sich langsam aneinander herantasten. Wie sie versuchen, herauszufinden wer sie sind, und wo sie sind. Mit jedem Tag lernen sie sich und ihre Umgebung und das Leben wieder kennen. Doch ihre Vergangenheit bleibt im Dunkeln. Mit der Zeit gewöhnen sie sich an ihr Leben, richten sich ein, leben fast wie im Paradies. Dabei wechselt die Perspektive immer zwischen den beiden. So erfahren wir sowohl von Paula, als auch von Johannes, wie sie sich nennen, hautnah ihre Ängste, Gefühle und Gedanken. Das hat die beiden für mich, trotz ihrer fehlenden Vergangenheit und damit auch irgendwie Persönlichkeit, sehr greifbar und authentisch gemacht.

Zur Geschichte selbst möchte ich nicht mehr sehr viel mehr verraten, da ich finde, dass es zu viel preisgibt, was die Geschichte ausmacht. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen. Barbara Leciejewski schreibt einnehmend und ruhig. Die Geschichte gleitet sanft dahin und kann dennoch mit interessanten Wendungen aufwarten.

Wir erleben, wie es zwei Menschen ergeht die keinerlei Erinnerungen mehr haben. Die Begriffe und Wörter kennen, aber kaum wissen, was das bedeutet. Sie wissen nicht wirklich was Emotionen oder Liebe ist. Das macht das Zueinander finden der beiden sehr berührend und so echt ohne jegliches Klischee. Eine Liebesgeschichte, die doch keine ist und sich nicht der typischen Strukturen bedient. Die Auflösung zur Geschichte dazu ist ein sehr interessantes, heikles Thema, dass mich noch jetzt nachdenklich stimmt.

Barbara Leciejewski hat eine Geschichte erschaffen, die sich in kein Genre zwängen lässt. Sie lässt uns darüber nachdenken, was einen Menschen und eine Beziehung ausmacht. Wie wichtig unsere Erinnerungen und Erfahrungen sind und was für Auswirkungen diese auf die Liebe haben können. Mit sehr greifbaren, authentischen Charakteren und einem einnehmenden Schreibstil konnte mich Barbara Leciejewski mit „Vergiss nicht, das wir uns lieben“ überzeugen.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Feuerwerk Verlag, 2015, ISBN: 978-3-945362-13-6

3 Kommentare

Related Posts

3
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
3 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
1 Kommentatoren
#Leseparty - Die Alternative zur #fbm16 für alle Daheimgebliebenen | Lovely MixEvySparstrumpfchallenge – Lovely Mix Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
trackback

[…] Vergiss nicht, das wir uns lieben – Barbara Leciejewski […]

Evy
Gast

Wenn du nix zum INhalt verraten willst, musst du das nicht reinstchreiben xD Das Buch klingt wirklich sehr mysteriös, aber dank deine Rezi wirkt es, als könnte man das bewältigen 🙂

trackback

[…] habe schon ein paar gelesen. Manche waren gut, zum Beispiel (Vergiss nicht, dass wir uns lieben). Aber leider waren auch schon einige Reinfälle dabei – haufenweise Fehler, egal ob […]