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Schattenleben – Christine Sylvester

von Franzi
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Die junge Künstlerin Emma Liebmann ist zutiefst geschockt, als plötzlich ihre Großtante Meta stirbt, bei der sie einen großen Teil ihrer Kindheit gelebt hat. Im Haus ihrer Tante findet sie ihre alten Tagebücher. Tagebücher die die Zeiten im Kriegsdeutschland, als Meta Kind war, beschreibt und einige Informationen an den Tag bringen, bei denen Emma zweifelt, ob sie Meta je wirklich kannte. Ein SS-Soldat, den sie in den 40ern erschlug, um einem anderen Kind das Leben zu retten. Aber noch viele weitere unglaubliche Dinge und alleine das Lesen der Lektüre bringt Emma in große Gefahr. Den der Tod ihrer Tante war keineswegs ein natürlicher und auch Mitwisser sind nicht erwünscht…

Schattenleben war mein erstes Buch von Christine Sylvester und ich kann nur sagen – ich will mehr. Das Buch war mir alleine schon wegen dem Cover sympathisch und auch, weil es in und um Dresden spielt, meiner Geburtsstadt. Das Buch ist wirklich ein toller, und großartig recherchierter Kriminalroman. Christine schafft es durchweg Spannung zu erzeugen und ihr gelang es, mich bis zum Schluss auf die faslche Fährte zu fürhen. Nicht nur die Story selbst ist vielschichtig und spannend, auch die Protagonistin Emma, eine junge, aufstrebende Künstlerin, sowie Lazlo, machen das Buch zu einer gelungenen Lektüre.

Die Geschichte beinhaltet eigentlich fast drei Ebenen. Der Prolog der zum Schluss wieder mit dem Epilog zusammenpasst und einen runden Bogen um die gesamte Geschichte schlägt. Und dann die Tagebücher von Tante Meta, die uns in Kriegszeiten, ins Nazideutschland, zum Aufbau des Sozialismus, in die DDR, BRB, zu Stasi, RFA und Co. entführen. Und Emmas Geschichte im Jetzt, als ihre Tante stirbt und sie aufgrund der Tagebücher feststellt, dass ihre Tante wohl ein Mensch war, den sie gar nicht richtig kannte. Die eine Vergangenheit führte, die ihr nun zum Verhängnis wurde und auch Emma in Gefahr bringt. Die Geschichte von Emma im Jetzt ist zu Beginn eher unspektakulär, nimmt gegen Ende aber Fahrt auf. Und dann die Momente, in denen Emma, meist gemeinsam mit Lazlo, die Tagebücher liest. Gemeinsam mit ihr tauchen wir in die Vergangenheit ein und werden immer wieder überrascht und erschüttert. Die Tagebücher waren so authentisch, gefühlsnah, detailliert und anschaulich geschrieben. Vor allem in Kriegszeiten, als Meta noch Kind war, war ich einfach so wütend und entsetz und traurig, wegen all der Grausamkeiten, die damals passierten.

Auch die Phasen in den 70er und 80er waren gut. Sie waren etwas verwirrend, manchmal schwer zu Lesen, da Meta auch „verschlüsselte“ Sprache benutzte zum Teil, also etwas wirre Sätze und Fakten nieder schrieb. Die Untergrundgegebenheiten und Geschehnisse und Erlebnisse zu RFA und Stasi Zeiten waren so gut durchdacht und recherchiert, Hut ab. Ich fühlte mich, als hätte ich echte Tagebücher in der Hand.

Der Schreibstil, war einfach, ohne großen Schnickschnack  und super zu Lesen. Christine schafft es, die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten und für einige Überraschungen zu sorgen. Besonders die Tagebücher haben mich beeindruckt und mich vor allem zu Beginn in ein reinstes Gefühlschaos gestürzt. Die Geschichte im Jetzt, mit Emma, war am Anfang etwas unspektakulär, nahm, dann aber Fahrt auf. Die Tagebücher waren gegen Ende manchmal sehr verwirrend. Insgesamt war ich aber wirklich beeindruckt, von der Geschichte, dem Stil und der Recherche, die hier dahinter stecken muss.

Gute Lektüre/Unterhaltung

Werbung – Angaben zum Buch: Emons,, 304 Seiten, 2014, ISBN: 978-3-95451-306-2


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