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Das Glück wächst nicht auf Bäumen – Wendy Wunder

von Franzi
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Rezensionsexemplar

Zoe findet, Glück kann man lernen. Auf einem wilden Roadtrip will sie ihrer besten Freundin Hannah zeigen, was das Leben schöner macht. Hannah ist eher schüchtern und fällt ungern auf. Zoe dagegen ist sehr impulsiv und temperamentvoll. Sie liebt es, unmögliche Dinge anzustellen. Die beiden sind seit Jahren die besten Freundinnen und unzertrennlich. Eines Tages verspürt Zoe den Drang, aus der winzigen Heimatstadt in New Jersey zu verschwinden und Hannah zögert nicht, und begleitet sie. Gemeinsam machen sie sich auf und lassen alles von schwierigen Eltern, entäuschten Lieben, bis zu den Collegeplänen, hinter sich. Dabei zeigt Zoe Hannah in kleinen Lektionen, dass sie das Leben lockerer nehmen soll und genießen soll. Doch viel Zeit bleibt ihr nicht dafür, den Zoe ist krank und jeder Tag ein Geschenk.

Am Anfang fand ich den Schreibstil erst ganz toll. Er ist auf jeden Fall etwas ganz anderes, total wirr und durcheinander. Das hat dazu geführt, dass ich nach den ersten Kapiteln nur noch verwirrt war, nicht mehr wusste, was jetzt überhaupt geschieht, was wie einzuordnen ist und wo uns das noch hinführt. Später erfahren wir jedoch etwas zu Zoe, durch das der Schreibstil für mich rückblickend zu 100 Prozent passend ist, ebenso wie die Tatsache, das der rote Faden fehlt. Zwischendurch habe ich mich dann daran gewöhnt, aber das muss jeder für sich entscheiden, ob er mit dem Stil klar kommen kann oder nicht.

Zoe und Hannah sind seit Jahren dicke Freundinnen und halten immer zueinander. Die Geschichte wird uns aus Sicht von Hannah erzählt, für die niemand wichtiger ist als ihre Freundin und die in ihrem Leben auch viel einstecken muss. Die Details möchte ich nicht nennen, das fände ich schon gespoilert. Zoe ist wild, impulsiv und immer auf Zack, aber sie ist krank. Hannah versucht so gut es geht ihr zu helfen. Was genau Zoe hat und Details zu diesem Teil der Geschichte möchte ich auch nicht nennen, das wäre in meinen Augen ebenfalls schon ein Spoiler. Deswegen fällt es mir recht schwer, für das Buch diese Rezension zu schreiben, aber ich hoffe, es ist für euch doch einigermaßen verständlich.

Zoe und Hannah sind abwechslungsreich, äußerst authentisch und gut gezeichnet. Allerdings muss ich sagen, dass ich mit keiner von beiden so richtig warm wurde. Ich fühlte mich nicht, als würde ich das alles mit ihnen erleben, wie es bei richtig guten Büchern der Fall ist, sondern eben nur, als würde ich etwas über beide lesen. Hannah war mir, vor allem im hinteren Teil der Geschichte, viel zu naiv und hat für meinen Geschmack auch grob fahrlässig gehandelt. Sie dackelt Zoe auf dem Raoadtrip nur hinterher, lässt sie lauter unsinniges, verrücktes Zeug anstellen, statt endlich einzugreifen, sie nach Hause zu bringen, damit Zoe die Hilfe bekommt, die sie benötigt, Freundschaft hin oder her. Für mich gehört zu Freundschaft auch dazu, mal etwas zu machen, dass der besten Freundin vielleicht in diesem Moment nicht gefällt und einen Knacks in die Beziehung bringt, das aber langfristig dazu dient, diese Freundin zu retten. Das hat mir wirklich überhaupt nicht zugesagt und war sehr unrealistisch.

Positiv fand ich aber mittlerweile ja den Stil des Buches und diese so unfassbar tiefgehende und auch sehr berührende Freundschaft zwischen Hannah und Zoe. Ein Band, das nicht so leicht zerbricht. Und auch das Prinzip des Buches, dass Zoe versucht Hannah mit kleinen Lektionen beizubringen, das Leben zu leben und nicht immer nur es allen recht zu machen. Die Umsetzung und die Aktionen fand ich dann zwar zum Teil grenzwertig, dennoch waren tolle Momente dabei.

Aber der eigentliche Star des Buches ist für mich Zoe’s kleiner Bruder Noah. Zwar passiert am Ende etwas, dass nicht ganz zu seiner vorherigen Charakterbeschreibung passt, dennoch ist er für mich der beste Charakter. Er ist etwas ganz Besonderes und die Art und Weise, wie Zoe mit ihm umgeht und was sie für ihn tut, ist einfach herzergreifend und ach, ich kann es gar nicht richtig in Worte fassen. Das hat dem Buch wieder einen dicken Pluspunkt eingebracht.

Das Ende hat mich dann leider etwas enttäuscht. Ich fand es dann zu abrupt und ich hätte mir einfach deutlich mehr Information und Aufklärung gewünscht.

Wendy Wunder hat einen faszinierenden Schreibstil, der mir erst gefiel, dann für Probleme sorgte aber schließlich noch punkten konnte. Die Idee des Buches, mit den Lektionen für Hannah, ist zauberhaft. Die Umsetzung hingegen mangelte für mich und es gibt einige Punkte, die ich einfach unverständlich finde. Das Ende konnte es auch nicht rausreißen. Aber Noah und der Umgang zwischen Noah und Zoe und die tiefe Freundschaft von Hannah und Zoe sorgen, neben dem Stil, für Punkte.

Für Zwischndurch

Werbung – Angaben zum Buch: Goldmann, 315 Seiten, 2014, Übersetzung: Stefanie Retterbush , ISBN: 978-3-641-15721-0

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Glitzerfee
Gast

Hallöchen,

obwohl du nicht viel von der Geschichte verraten hast, versteht man sich super ;-). Schade, dass es dich nicht so in seinen Bann ziehen konnte. Das ist immer schade. Du hast sehr schön beschrieben was dich gestört. Bin übrigens deiner Meinung, als Freundin muss man nicht immer zustimmen sondern sollte auch mal etwas “energischer” reagieren.
Eine sehr schöne Rezension.

Liebe Grüße,
Vanessa

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