Home Bücher-MixRezensionen/ReviewsJugendbuch/Kinderbuch Mein bester letzer Sommer – Anne Freytag

Mein bester letzer Sommer – Anne Freytag

von Franzi
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Tessa ist 17 Jahre alt, Jungfrau, hat keinen Führerschein und wird bald sterben. Sie ist fest davon überzeugt, dass mit ihr ja eh keiner was zu tun haben will. Deshalb verbarrikadiert sie sich seit Wochen in ihrem Zimmer. Dort sitzt sie und wartet auf den Tod – denn jeder Schlag ihres Herzens könnte auch der letzte sein. Sie ist traurig, wütend, denn sie wird ihr Leben nicht mehr leben können und hat es auch bis jetzt nie richtig getan. Denn wer denkt in so einem Alter schon ans Sterben. Tessa war sich sicher, noch genug Zeit zu haben.

Das Leben wird nicht definiert von den Momenten, in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben.
S. 24

Doch sie wird kein Abi feiern, nie ihr Studium in Oxford antreten, niemals heiraten und Kinder bekommen. Und sie denkt, sie wird sich niemals verlieben und einen Jungen küssen. Doch dann, dann taucht Oskar in ihrem Leben auf. Und Tessa erwischt es – aber so richtig. Doch sie hat Angst. Angst vor dem Tod, Angst davor, Oskar zu nah an sich heranzulassen. Weil sie ihm dann unweigerlich das Herz brechen wird. Und wie sagt man jemanden, denn man gerade kennengelernt hat und in den man sich verliebt, dass man bald sterben wird? Doch Oskar lässt nicht locker, egal wie sehr Tessa versucht ihn wegzustoßen. Und plötzlich befindet sich Tessa in einem alten, gelben, klapprigen Volvo auf dem Beifahrersitz. Auf dem Weg nach Italien, mit Oskar an ihrer Seite. Wir begleiten die beiden, wie sie die kurze, kostbare Zeit zu ihrer ganz eigenen Geschichte machen. Zu ihrem Moment.

Wir hatten nicht viel Zeit, aber wir hatten den Moment.
S. 354

Auf einem Mini-Roadtrip durch Italien erfährt Tessa, was es bedeutet, einfach mal glücklich zu sein. Ohne zu laut zu denken, daran, dass sie bald nicht mehr da ist. Sie lernt, dass jeder Tag jede Stunde, jede Sekunde pures Glück sein kann, mann muss es nur mit jemanden verbringen, der einen so liebt, wie man wirklich ist – jemanden wie Oskar.

Anne Freytag hat mich mit „Mein bester letzter Sommer“ wahnsinnig berührt und bewegt. Gleichzeitig hat sich mich auch zum Lachen und Schmunzeln gebracht. Dieses Buch ist etwas ganz ganz Besonderes. Jeder einzelne Satz ist bedeutend, geht tief unter die Haut und ist einfach ein Geschenk. Genau so, wie es jeder Tag in unserem Leben sein sollte. Ein Leben, das wir oft viel zu sehr vertrödeln und verschwenden, weil keiner von uns an diesen einen unausweichlichen Moment denken möchte, auf den wir doch alle irgendwann hinsteuern.

Jeder denkt, er hat noch Zeit. Aber, wie Anne es treffend, berührend aber dennoch auf fluffige Weise rüberbringt, das ist eben nicht so. Nur wissen wir im Gegensatz zu Tessa nicht, wann dieser Moment kommt. Und genau deshalb sollten wir alle jeden Tag genießen. Ihn mit Herzensmenschen verbringen. So oft wie möglich sollten wir doch alle einfach nur glücklich sein und Lieblingsmomente ohne Ende sammeln. Und uns auch einfach an den kleinen Dingen erfreuen: Warmer Sommerregen, kühles, cremiges Eis, leckere Pizza und Momente mit unseren Oskars, unseren Freunden, unseren Familien.

Ich dachte, ich gehe als unbeschriebenes Blatt, aber dass werde ich nicht. Oskar hat Spuren hinterlassen. Seine Gefühle in meinem Herzen, seine Stimme in meinem Kopf und seine Hände auf meiner Haut. Ich glaube, ich habe es verstanden. Liebe ist genug. Und ich wurde geliebt.
S. 350

Lest dieses Buch! Aber, nehmt euch Taschentücher! Anne hat mich berührt, unterhalten, mich zum Lachen und Weinen gebracht. Den Rest hat sie mir mit dem Kapitel „Zu Tode betrübt“ gegeben. Aber nicht nur damit, sondern mit jeder einzelnen Zeile, jedem Wort – kein Satz in dieser Geschichte ist unwichtig. Jede Zeile bedeutet so viel, sagt so viel aus, hat mich tief ins Herz getroffen. Verpackt in einen wunderschönen Roadtrip, mit kostbaren Lieblingsmomenten, einem Hauch Sommer und zwei wundervollen, liebenswerten Protagonisten – TESKAR.

Highlight

Werbung – Angaben zum Buch: Heyne fliegt, 365 Seiten, 2016, ISBN: 978-3-453-27012-1

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Gabi
Gast

Ich liebe solche Bücher, die einen emotional durchschütteln – aber man muss in der passenden Stimmung sein, um sie zu lesen. Deshalb steht dieses Buch auf meiner Wunschliste und Deine Rezension bekräftigt das nochmal, aber ich traue mich noch nicht ran. Ich glaube, da muss ich bis zum Frühling warten.

LG Gabi

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[…] Jahr 2016 zusammengefasst. Und da hat sie wirklich wundervolle Schätze dabei. Unter anderem „Mein bester letzter Sommer“ von der lieben Anne. Und ich liebe, was Giv dazu schreibt „Ein Roman wie eine wilde […]

Kitsune
Gast

Hey Franzi 🙂

Ich fand das Buch leider furchtbar XD Aber ich bin auch immer viel zu kritisch, was mich zu meiner eigenen Spaßbremse macht XD Mir hat leider bisher kein Buch von ihr gefallen, auch nicht unter den Pseudonymen.

Mir gefallen deine “Das könnte dir auch gefallen” Vorschläge unter den Beiträgen. Ich sollte einmal darüber nachdenken, auch meinen Lesern so ein Feature anzubieten. Dein Blog ist generell sehr hübsch gestaltet und aufgebaut. Das hätte ich dir eigentlich schon mal viel früher schreiben können. 🙂

Liebe Grüße,
Nise

Madame Lustig
Gast

Liebe Franzi,
ich habe noch nichts von Anne Freytag gelesen, aber ich glaube, das wird sich jetzt sehr bald ändern. Deine Rezension ist so toll und sprüht nur so vor Begeisterung, das ich gerade echt traurig bin, das Buch nicht im Regal stehen zu haben. Aber das ist wohl meistens so, oder? Das, was man gerade will, ist einfach fast nie da! >.<

Ganz liebe Grüße,
Maike

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[…] auf der Wunschliste. Bisher moche ich alle Bücher, die ich bisher von Anne gelesen hatte. Zuletzt Mein bester letzter Sommer. Hier gingen die Stimmen ja auch weiter auseinander. Und auch zu Den Mund voll ungesagter Dinge gab […]