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Irgendwo dazwischen – Anne Freytag

von Franzi
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Emma schläft mit Clemens, denkt dabei aber an Stefan – den sie liebt und der in Kanada ist. Sie ist perfekt und Lili nur ihr Schatten. Lili, die klug ist und verliebt in Elias. Emma ist wunderschön und blond. Marie liebt Lili und Lili Elias, aber der bekommt Besuch von Giselle. Emma weiß genau, sie liebt Clemens nicht, Lili hingegen redet sich ein, dass sie Elias nicht liebt und Marie denkt das sie genau weiß, was sie will und wer sie ist – bis zu dieser einen Nacht mit Paul.

Aber am Ende suchen sie alle nur eines, sich selbst, während sie nur irgendwo dazwischen sind. Zwischen Jugend und Erwachsensein, zwischen Träumen und der Realität.

Anne Freytag schafft es mit ihrer lockeren, jugendlichen Art zu schreiben, Emma, Lili und Marie einzigartig, individuell und sehr authentisch darzustellen. Alle drei konnte ich mal leiden, dann wieder nicht. Alle habe ich aber in mein Herz geschlossen. Es ist in der Ich-Perspektive geschrieben, immer abwechselnd mal aus Emmas, Lilis und Maries Sicht. Das liebe ich sehr an Annes Büchern, da man so die Geschichte durch alle erfährt und von allen drei Protagonistinnen ihr wahres Ich kennenlernt.

Mir fällt es diesmal richtig schwer, meine Gedanken zu dem Buch in Worte zu fassen. Es hat mich erst irgendwie genervt, das es anfängt, mit 9 Jahre zuvor und dann hunderte Seiten lang diese 9 Jahre zuvor beschrieben sind und ich aber immer wissen wollte, was den heute ist. Aber diese letzten Seiten haben dafür entschädigt, denn dann merkte ich, dass es genau so, wie es ist, perfekt gemacht ist. Denn als Leser muss man erst all die Wochen in diesem einen Sommer zwischen Jugend und Erwachsen werden miterleben, um das Buch und die letzten Seiten richtig greifen zu können.

Mich hat das Buch sehr berührt und ziemlich oft auch zum Weinen gebracht. Denn ich konnte gar nicht anders, als über mein Leben nachzudenken, und habe angefangen, diese Freiheit der Jugend und dieses Kribbeln und Knistern der ersten Liebe zu vermissen. Ich bin immer noch sehr sprachlos und erstaunt, wie schnell mehr als 600 Seiten dahinfliegen können und wie tief sie einen berühren können.

Ich denke, dass jeder der das Buch liest, sich mit einer der drei Protagonistinnen identifizieren kann. Mir ging es genauso. Es war ein wundervolles Buch, voller Gefühl, Liebe, diesem Kribbeln im Bauch, Freiheit und allem voran, voller Freundschaft. Diese tiefe Freundschaft, die man mit jemanden aufbaut, mit dem man seit Jahren zusammen ist, der immer für einen da ist und die alle Streitigkeiten überwindet.

Ich habe zwar gebraucht, mich in das Buch zu finden, aber das Gesamtpaket war so perfekt und richtig, so authentisch und hat mich tief berührt. Es wird mich noch lange begleiten und zum Nachdenken bringen. Es versetzt einen zurück in diese Zeit irgendwo dazwischen, voller Herzschmerz, Träume und Freundschaft und lässt einen dann knallhart in die Realität fallen mit einem Hauch Hoffnung am Ende. Hoffnung darauf, dass es noch lange nicht zu spät ist, sein Leben noch zu Leben, das Kribbeln und die Schmetterlinge im Bauch wiederzufinden und seine Träume zu verwirklichen.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: GD Publishing LTD & Co. KG, Berlin, 615 Seiten, 2013, ISBN: 978-1492824381


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Evi
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Hey Franzi,

615 Seiten! Wow! Das ist ja ein richtiger Wälzer. Diesen Roman von Anne Freytag habe ich neben “Renate Hoffmann” noch nicht gelesen und war deshalb ganz hibbelig als ich gerade gesehen habe, dass du eine Rezension geschrieben hast!
Danke für deine ehrlichen Worte, die wirklich Lust auf das Buch machen! Ich muss es lesen! Ich weiß nur noch nicht wann 🙂

Liebe Grüße
Evi

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