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Im Schatten des Himmels von Guy Gavriel Kay

von Franzi
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Im Schatten des Himmels überzeugt schon mal vollends durch die Aufmachung, inklusive Karte und Personenregister. Guy Gavriel Kay nimmt uns mit in ein historisches, fantastisches Reich der Mitte. Angelehnt ist es an die Tang-Dynastie. Ein wort- und bildgewaltiges Buch, dass voll ist mit Intrigen, Machtspielchen, Mythen und Legenden. Im Mittelpunkt steht Shen Tai, der für seine Heldentat von der Jadeprinzessin aus dem Nachbarreich mit 250 sardianischen Pferden beschenkt wird. Doch das sind keine herkömmlichen Pferden, sondern:

Geschöpfte von unvergleichlicher Schönheit und Seltenheit

Mit einem Schlag wird er im ganzen Reich bekannt und zu einem der mächtigsten Männer und auch der am meisten gejagten. Denn die bereits Herrschenden wollen nach Möglichkeit keinen neuen Konkurrenten neben sich haben und senden Mörder aus, um ihn zu beseitigen. Shen Tai beschließt daher, in die Hauptstadt von Kitai zu reisen. Dort möchte er die Pferde dem Kaiser zum Geschenk machen. Die junge Kriegerin Weng Song begleitet ihn und hat geschworen, ihn mit ihrem eigenen Leben zu beschützen. Auf dem Weg zum Ziel stoßen sie außerdem auf den verbannten und weithin bekannten Dichter Sima Zian. Beide sind schnell auf einer Wellenlänge und werden Reisegefährten. Sima Zian war zwar nie Teil des Hofes, doch ist für Shen Tai durch seine weiten Reisen und Kontakte Retter in der Not, wenn es darum geht, in den Machtspielen des höfischen Lebens zu überleben.

Neben Shen Tai und seinen Reisegefährten ist auch seine Schwester, Li Mei, eine tragende Protagonistin in “Im Schatten des Himmels”. Beide sind sich charakterlich recht ähnlich, wie man im Laufe der Geschichte mehr und mehr bemerkt. Darüber hinaus kommen hin und wieder auch weniger bekannte Randfiguren zu Wort, welches die Geschichte äußerst vielseitig und facettenreich machte. Mir war es hin und wieder aber zu viel, sodass ich leicht den Faden verlor und teilweise verwirrt war (da kam das Personenregister dann zur Hilfe).

Im Schatten des Himmels ist nah an die Tang-Dynastie angelegt, jedoch unter anderem Namen und mit einem Hauch fantastischer Elemente versehen, allen voran Geister und Magie. Wo die Grenze zum Aberglauben ist, ist oft kaum auszumachen. Guy Gavriel Kay hat für mich die perfekte Mischung aus historischem und fantastischem Roman geschrieben und schafft es, mich in die damalige Zeit hineinzuversetzen. Ich fieberte mit Shen Tai mit, bin dennoch stellenweise etwas verloren gegangen. Vor allem dann, wenn es etwas zu sehr ins philosophieren abdriftete und dadurch in manchen Bereichen recht ausschweifend wurde.

Insgesamt konnte er mich aber mit dieser großartig konzipierten Welt und stark herausgearbeiteten Charakteren überzeugen, da verzeih ich auch die ein oder andere Länge und Verwirrung. Gerade der Anfang gestaltet sich etwas lang, denn er dient als recht ausführliche Einführung in diese vielschichtige Welt voller bedeutender und weniger bedeutender Protagonisten und politischen Verzweigungen. Es lohnt sich aber definitiv, am Ball zu bleiben und bis zum Schluss mit Shen Tai, seiner Schwester und ganz Kitai mitzufiebern.

Gute Unterhaltung/Lektüre

Werbung – Angaben zum Buch: Fischer Thor, 720 Seiten, 2016, Übersetzung: Birgit Maria Pfaffinger, Ulrike Brauns, ISBN: 978-3-596-03570-0

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Elisa
Gast

Hallöchen,

tolle Rezension.
Ich hatte letztes Jahr “Tigana” von Guy Gavriel Kay gelesen und das gefiel mir sehr gut. Es war auch ein historischer Fantasyroman, aber mit einer Welt, die an Italien angelehnt war. Seitdem will ich mehr von dem Autor lesen.
Nach allem was ich gehört habe, gibt es in den meisten seiner Büchern Längen und das war auch bei “Tigana” der Fall. Wobei es bei diesem Roman glaube ich so ist, das den die Leser_innen entweder komplett lieben oder ihn für den schlechtesten Roman des Autors halten. Dazwischen gibt es fast nichts.

LG
Elisa