Home Literatur-WeltLiteratur Events Frankfurter Buchmesse 2018 – Von explodierenden Wunschlisten, zu wenig Treffen und Abenteuer Bubla

Frankfurter Buchmesse 2018 – Von explodierenden Wunschlisten, zu wenig Treffen und Abenteuer Bubla

von Franzi
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Zwei Wochen ist die Messe schon wieder her, doch die Eindrücke sind noch immer frisch. Meine Wunschliste ist explodiert, ich habe viel zu wenige von euch getroffen, wenige, aber tolle Veranstaltungen besucht und dann war da ja auch noch das Abenteuer Bubla.

Am Mittwoch ging es bei uns morgens mit dem Zug nach Frankfurt, so konnten wir uns am Nachmittag noch für einige Stunden ins Getümmel stürzen. Hier haben wir uns erst mal durch einige Hallen gearbeitet, und die Wunschliste wuchs schon rasant an. Wir sind übrigens Sabine von Ant1heldin, mit der ich schon Leipzig unsicher gemacht hatte, und ich. Am Nachmittag konnten wir uns außerdem mit der wundervollen Mareike (Crowandkraken) treffen. Eine alte Bekannte von Sabine hat uns abends noch die schönen Seiten Frankfurts gezeigt und der Abend wurde gemütlich bei einem Gin Tonic abgeschlossen.

Wunschlisten-Ausbeute #fbm18 Tag 1

Gela Tschkwanawa, Babylon Berlin, Margarete Stokowski und Jennifer Clement

Donnerstag hatten wir dann einen kompletten Messetag vor uns. Von allen Seiten prasselten wie immer die Eindrücke auf uns ein und die Wunschliste explodierte hier dann spätestens gegen 12 Uhr. Und an diesem Tag besuchte ich auch endlich die erste Veranstaltung. Eine kleine, aber feine Lesung von und mit Gela Tschkwanawa zum Buch “Unerledigte Geschichten”, welches mir schon im aktuellen Programm von Voland & Quist in die Augen stach. Ein interessanter Eindruck und eine bewegende Hintergrundgeschichte, die mich nun noch neugieriger auf das Buch gemacht haben.

Ein weiteres Highlight des Tages war das Gespräch mit Volker Kutscher im ARD-Forum. Kutscher schrieb “Der nasse Fisch”, also die Vorlage zur ersten Staffel von “Babylon Berlin”. Ich gestehe, ohne Sabine wäre ich nicht hingegangen, weil ich weder Buch noch Serie bisher kenne. Aber – gut, dass sie Babylon Berlin Fan ist, denn so konnte ich auch Einblicke und Hintergrundinfos dazu bekommen. Die waren auch für mich superspannend, auch wenn die Interviewfragen an sich nicht so der Bringer waren, hat doch Volker Kutscher von sich aus ein paar interessante Informationen eingestreut. Ich habe die Serie nun schon mal auf die Watchlist gesetzt, sind ja bald wieder lange, dunkle, nasse Tage am Start. Das Buch ist natürlich eines der Wunschlistenkandidaten geworden, mit noch sooo vielen anderen.

Außerdem haben wir uns einen Teil des Gastlandauftritts Georgien angesehen. Er war wirklich wundervoll gestaltet und hatte Sessel! Sessel! Himmel, was waren wir froh, dass wir hier kurz sitzen konnten und uns durch ein paar der ausgestellten, georgischen Bücher stöbern konnten. Der Pavillon selber war mit riesigen Buchstaben aus dem georgischen Alphabet gestaltet, der jeweils einen passenden Begriff im Inneren erklärte mit Texten und Bildern. Das sah nicht nur grandios aus, sondern hat uns auch Georgien noch ein Stück weit näher gebracht.

Zum Abschluss für den Tag auf dem Messegelände selbst konnten wir dann noch Margarete Stokowski in einem Gespräch mit dem Spiegel lauschen. Interviewt wurde sie zu ihrem neuen Buch “Die letzten Tage des Patriarchats”, ihr vorheriges ist “Untenrum frei”. Leider sind beide noch nicht eingezogen, allerdings habe ich vorher schon hier und da Kolumnen von ihr gelesen. “Die letzten Tage des Patriarchats” ist eine Sammlung von Essays und Kolumnen, die sie seit 2011 zu Themen wie der #metoo-Bewegung, Sexismus, Feminismus, Rechtspopulismus und mehr geschrieben hat. Margarete Stokowski selbst kam supersympathisch und locker rüber und ich mochte es, wie klar, schlicht und direkt sie solche Themen ansprechen kann, ohne was zu beschönigen oder mit ihrer Meinung hinterm Berg zu halten und wie superlocker das Interview mit ihr war. Ich bin nun noch mehr auf ihr Werk gespannt.

Interview mit dem Spiegel und Margarete Stokowski

Doch der Tag war danach noch nicht vorbei. Denn der Abend führte uns noch in die Innenstadt zum Open Books Festival. Hier konnten wir einer Lesung mit Jennifer Clement zu ihrem neuen Buch “Gun Love” lauschen. In dem Buch geht es um die 14-jährige Pearl und ihre Mutter. Sie wohnen in einem Trailerpark in Florida. Anlässlich der Buchmesse hat sie nicht nur etwas aus ihrem aktuellen Buch vorgelesen, sondern auch einige interessante Fragen dazu beantwortet. Sie wuchs in Mexiko auf, das ist ihre Heimat. Florida hat sie aber ganz bewusst als Handlungsort für “Gun Love” gewählt. Denn hier sind die Waffengesetze die lockersten in den USA. Sie erzählte aus ihrem Buch, zur Entstehung und zum Beispiel auch davon, dass Mexiko von den USA immer als “Das Land der Gewalttätigen” abgestempelt wird, wo diese doch selbst täglich rund 20.000 Waffen nach Mexiko schmuggeln und gutes Geld damit machen. Auf das Buch war ich so neugierig, dass ich es direkt als Rezensionexemplar angefragt habe. Heute kam es auch direkt schon an, sodass ich euch hoffentlich schon bald eine Rezension dazu liefern kann. Vielen Dank an dieser Stelle an den Suhrkamp-Verlag.

Wunschlisten-Explosion die zweite#fbm18 Tag 2

Bubla-Aufregung, Halle 6 und die Bahn

Und dann brach auch schon unser dritter und letzter Messetag an. Gestartet hat dieser mit gemütlichem durch die Hallen schlendern, vor allem alles, was wir in Halle 3.1 und 3.0 bisher so verpasst hatten. Und gegen 11 Uhr wuchs dann die Aufregung langsam – die Preisverleihung des Bubla stand an! Für diesen war ich ja auch nominiert, in der Kategorie “Liebe und Herz”. Um 11.30 konnte ich dann schon mal gemeinschaftlich mit den anderen Finalisten*innen zittern und ein Gruppenfoto machen und um 12 ging es dann auch schon los. Ach, waren wir alle nervös, leider haben ich und fast alle der Blogger, die ich kenne, nicht gewonnen. Aber, die liebe FiktionFezt konnte sich über den Gewinn in der Kategorie “Fantasy&SciFi” freuen. Für sie und für Anabelle von Stehlblueten habe ich feste Däumchen gedrückt, ebenso für Petzi und Mareike (Link siehe oben). Auch dem Bücherkaffee-Team gratuliere ich herzlich zum Gewinn. Und natürlich auch Karin von Little Words, deren Blog ich sogar auch schon kannte, die in meiner Kategorie das Rennen gemacht hat. Dank dem Bubla konnte ich tatsächlich auch ein paar liebe Blogger*innen wieder sehen. In Leipzig hoffe ich aber, schon allein durch die Bloggerlounge, wieder viel mehr von euch zu treffen! Beim Heimweg hatten wir dann wieder, wie schon in Leipzig, weniger Glück, wie vermutlich einige von euch auch. Leipzig Eis, Frankfurt Feuer, was wohl nächstes Jahr kommt?

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Franzi S.Moni2506Emma Zecka Letzte Kommentartoren
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Emma Zecka
Gast

Hey ho, vielen Dank für deinen Messebericht. Ich habe deinen Artikel sehr gerne gelesen und bin froh, dass ich mit der Wunschlisten Explosion nicht alleine bin. Schon bei meinem ersten Verlagstermin meinte ich zu meiner Gesprächspartnerin: “Meine Wunschliste…” Immerhin waren meine Begleitungen der Meinung, dass die vorgestellten Bücher auch wirklich Wunschlisten Potenzial haben. Das beruhigte mich dann wieder etwas 🙂 Es ist schon unglaublich, wie der “Babylon Berlin” – Hype plötzlich ausgebrochen ist. Ich habe “Munapark” – ich glaube, bei dem Buch handelt es sich um einen Teil der “Babylon Berlin”-Reihe – letztes Jahr in Leipzig auf der Buchmesse entdeckt… Weiterlesen »

Moni2506
Gast

Hey Franzi,

Ein toller Bericht. Da habt ihr echt viel erlebt. Ja, wegen dem Feuer hatte ich auch ein wenig Angst, dass ich nicht nach Hause komme, aber es hat alles geklappt. Zu wenig Treffen und zu wenig Zeit bemängelt glaube ich jeder irgendwie. Ich war auch 3 Tage da und habe dennoch so viel auch verpasst, insgesamt war es aber eine sehr erfolgreiche Messe für mich.

LG, Moni