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Darf ich bitten – Anja Bagus

von Franzi
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Anja wurde in Baden-Würtenberg geboren und ist in der Gegend rund um den Kaiserstuhl aufgewachsen. Heute ist sie verheiratet, hat ein Kind, zwei Katzen und einen Hund und lebt im Ruhrgebiet. Neben dem Schreiben ist sie auch Heilpraktikerin. Aber jetzt geht es gleich mal los:

Hallo Anja, erzähl doch erst mal etwas über dich. Werb ist du, wo lebst du und was sind deines Hobbies?

Wer bin ich? Ich war schon so vieles in meinem Leben. Im Moment bin ich Schriftstellerin, und da bin ich ganz stolz drauf. Ansonsten bin ich Mama, auch wenn mein Kind sich beschwert, dass ich das nicht intensiv genug bin. Aber sie ist 10 und sollte so langsam selbstständig werden. Meine Hobbies sind vielfältig. Wenn ich Zeit habe nähe und bastle ich, das passt zu dem LiveActionRolePlay (LARP), welches ich auch sehr gerne mache. Wenn das nicht geht, dann spiele ich: Brettspiele oder Rollenspiele. Und dann lesen und tolle Serien schauen … mir ist nie langweilig.

Was war das erste Buch, das du selbst gelesen hast?

Das weiß ich nicht mehr. Ich habe aber einige meiner Kinderbücher noch und da sind viele Pferdebücher dabei, aber auch Hanni und Nanni … Ich habe immer immer immer gelesen. Meine Mutter war ganz verzweifelt und dachte, aus mir würde nie etwas … Mein Vater wusste nicht, dass ich seine Konsaliks und Ludlums gelesen habe … ich war völlig besessen vom gedruckten Wort.

Was machst du neben dem Schreiben?

Im Moment nicht viel. Oh, gelogen: ich pflege natürlich meine Homepage und treibe mich auf Facebook herum. Dann habe ich ein Projekt, welches Teile meiner Bücher als Film zum Leben erweckt. Mit der Gruppe „Evil Kraken“ drehen wir Filme über das Amt für Aetherangelegenheiten. Mit dem Amt touren wir dann auch über Conventions und was sonst so geht.

Was ist für dich der perfekte Tag?

Erst mit meinem Hund raus. Bei den Spaziergängen plane ich den Tag. Wenn ich beim Schreiben nicht weiterkomme, ist es oft so, dass ich während des Laufens plötzlich die Erleuchtung habe. Dann schreibe ich bis mittags, zwischendurch ein wenig Facebook. Dann nochmal schreiben bis ca 4 Uhr, bis Hausarbeit und Familie drängelt. Wir essen und dann schauen wir „Das perfekte Dinner“ und dann ist es schon Zeit, das Kind ins Bett zu bringen. Dann schauen mein Mann und ich noch gemütlich was und dann geh ich früh ins Bett. Ich bin Frühaufsteherin, und geh gern früh ins Bett.

Was liest du selbst gerne?

Fantasy. Ich habe in meinem Leben echt alle Genres ausprobiert, und es kann auch sein, dass sich das wieder ändert, aber in den letzten Jahren war es hauptsächlich Fantasy. Ich liebe die Sachen von Brian Sanderson, von Patrick Rothfuss und Robin Hobb. Ich lese das auch auf Englisch, was wirklich besser ist, weil ich viel zu schnell lese ….

Wie kamst du zum Schreiben?

Zufällig. Ich habe eine Autorin kennengelernt, die meinte, ich solle das doch mal probieren. Sie hatte einen Kurs: Kreatives Schreiben und das hat mich gezündet. Der NaNoWriMo 2012 war dann der Durchbruch. Ich habe danach nicht mehr aufgehört, zu schreiben.

Wer oder was inspiriert dich?

Ich hab Kopfkino. Ich habe da keine spezielle Inspiration. Ich habe Figuren, die zum Leben erwachen, und die sollen tolle Sachen erleben. Nachdem ich die Aetheridee hatte, verselbstständigte sich das alles. Ich brauchte eher einen Stopp-Knopf, als einen An-Knopf. Ich frag mich immer: was würde ich jetzt lesen wollen? Und das schreib ich dann. Manchmal auch nicht, weil ich es spannend machen will, dann schieb ich noch was Gemeines dazwischen.

Wie und wo schreibst du am liebsten?

An meinem Laptop in der Küche. Mein Mann hat mir ein Pult gebaut. Ich habe leider kein Arbeitszimmer, aber letztlich liebe ich es, mitten im Geschehen zu sein. Wenn rundum das Leben trubelt (was bei zwei Katzen, einem Hund, einem Kind und einem Mann, der mindestens eben so viele Hobbies wie ich hat, schnell geschehen kann, dann geht es am Besten).

Wie kamst du zur Idee zu Aetherhertz?

Ich wollte, dass meine Heldin etwas Besonderes ist. Aber ich wollte keine Prophezeiung oder so. Und da ich kurz zuvor dem Steampunk-Fieber anheim gefallen war, lag diese Aether-Geschichte nahe. Aether ist im Steampunk ein häufig genutzter Begriff. Ich wollte ihn aber greifbarer machen. Daher die Idee, dass er eine Substanz ist, die nicht irgendwo in der Atmosphäre rumfliegt, sondern aus den Gewässern aufsteigt.

Die Geschichte wirkt sehr realitätsnah und wunderbar recherchiert. Was waren deine Recherche-Quellen?

Ich bin selbst am Rand des Schwarzwalds aufgewachsen. Meine Oma lebte in Baden-Baden und ich kenne die Stadt gut. Ansonsten … wikipedia ….

Für alle, die es nicht kennen, erzähl uns doch kurz was zum Steampunk und was reizt dich so an diesem?

Steampunk ist … ganz schwer zu beschreiben. Für die einen ist es Retro-Futurismus: also eine Welt, die in einer Zukunft wieder technologisch auf Dampfmaschinen zurückfällt. Für die anderen blieb die Welt in einer solchen Vergangenheit stecken und hat sich anders entwickelt. Wie auch immer: Steampunker lieben altmodischen Kleidungsstil und ebensolche Umgangsformen. Sie lieben es, Dinge zu basteln und sich vorzustellen, dass man in einem Luftschiff verreisen könnte. Da ich persönlich Dampf als sehr unpraktisch empfinde, habe ich mit dem Aether eine andere Möglichkeit gefunden, solche Luftschiffe zu realisieren. Und Pauls kleine Spielereien.

Kannst du allen, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind, noch weitere Bücher aus dem Steampunk-Bereich empfehlen?

Also es gibt ganz wunderbare Bücher aus Deutschland und Österreich. Christian und Judith Vogt haben „Die zerbrochene Puppe“ geschrieben, und wenn man in das Verlagsprogramm von Feder&Schwert schaut, wird man weiter fündig: da ist Chris Schlichts „Maschinengeist“, und und …

Kannst du dir vorstellen auch mit Verlagen zu Arbeiten oder bleibst du lieber beim Selfpublishing?

Mein aktuelles Buch „Waldesruh“ kommt tatsächlich in Zusammenarbeit mit einem Verlag heraus. Das liegt aber unter anderem daran, dass dieser Verleger mir alle Freiheiten ließ, ich durfte also das Cover gestalten und viele andere Dinge mitbestimmen. Ich habe große Bedenken, meine Babys abzugeben … da müsste das Schmerzensgeld schon hoch sein.

Gibt es bereits ein neues Projekt? Und wenn ja, willst du uns noch kurz etwas darüber erzählen?

Naja, wie gesagt: jetzt kommt „Waldesruh“ heraus, es müsste die Tage erhältlich sein. Ich schreibe gleichzeitig Aetherwestern (zusammen mit anderen Autoren- die kommen als Groschenromane heraus); ich darf an einem österreichischen Steampunk-Romanprojekt namens „Agnosia“ mitschreiben. Die Aetherwelt geht nach „Waldesruh“ auch weiter, der folgende Teil wird im Frühjahr 2015 rauskommen. Jetzt gerade geht mir eine junge Dame nicht aus dem Kopf, die sich Köln 1913 herumtreibt, und deren Geschichte unbedingt raus will. Man sagt mir nach, ich schreibe schneller, als andere Leute lesen können …

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