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Alle Toten fliegen hoch. Amerika – Joachim Meyerhoff

von Franzi
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In „Alle Toten fliegen hoch“ folgen wir als Leser dem jugendlichen Helden, der sich aufmacht, um einen begehrten Platz in einer amerikanischen Gastfamilie zu bekommen. Doch bereits beim Auswahlgespräch in Hamburg erkennt er den riesigen Unterschied zwischen behütetem Kleinstädter und den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen. Deshalb gibt er sich im alles entscheidenden Fragebogen konsequent als ein genügsamer, naturbegeisterter und streng religiöser Kleinstädter aus.

So kommt es, dass er sich bald darauf im verschlafenen Laramie, mitten in Wyoming, mit Blick auf die Prärie, Pferde und die Rocky Mountains wiederfindet. Doch der drohende Kulturschock bleibt erst einmal aus. Seinen Stundenplan kann er sich selbst erstellen, die Fächer sind vollkommen egal, denn wiederholen muss er ja sowieso. So wählt er deutsche Geschichte, Rock Climbing, ja sogar Tauchen. Langweilig wird ihm so nicht. Und auch die Basketballsaison steht kurz bevor, der Grund, warum er überhaupt erst nach Amerika wollte.

Doch wie das Leben so spielt, reißt ihn ein Anruf aus Deutschland aus seinem Traum und bringt in zurück zu seiner Familie nach Norddeutschland. Mitten hinein in eine Trauer, die er nur mit einem weiteren Aufbruch nach Laramie ertragen kann.

„Alle Toten fliegen hoch“ soll uns die Reise vom im Fokus stehenden 17-jährigen Protagonisten in die weite Welt zeigen. Von seinem Vater wird er Josse genannt, in Laramie nur noch „The German“. Es ist eine Reise von einem jungen, schlaksigen Kleinstadtjungen aus Norddeutschland auf der Suche nach sich selbst, auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Und es ist eine Geschichte, die uns zeigt, wie er versucht, mit Trauer umzugehen.

Das sind alles erstrebenswerte Ziele für ein Buch, welches zudem viel gelobt wurde. Mir hat der Schreibstil auch richtig gut gefallen. Locker, spritzig – man nimmt Meyerhof ab, dass wir die Geschehnisse aus Sicht seines 17-jährigen Ichs erleben. Ich fühlte mich oft unterhalten und konnte einige Male lauthals Lachen.

Doch die Geschichte selbst war für mich kaum vorhanden. Oftmals verliert sich Meyerhof in Anekdoten und Erinnerungen. Mir kam es wie eine Aneinanderreihung verschiedenster Ereignisse vor, die nichts miteinander zu tun hatten. Ich konnte bis zum Schluss keinen roten Faden erkennen. Ich sehe das Potenzial und was die Geschichte ausdrücken will, doch dieses gefühlte Chaos machte es mir schwer, mich auch genau in diese Gefühle hineinzuversetzen. Es ging mir nicht so nahe, wie es hätte sein können, wie ich es mir erhofft hatte. Denn zwischen all den lustigen Szenen und Erinnerungen und den zum Teil verrückten Charakteren aus Laramie, handelt „Alle Toten fliegen Hoch. Amerika“ doch auch von Trauer, Verlust und wie ein nur 17-jähriger mit dem Tod seines Bruders versucht umzugehen. In manchen Sätzen und gerade mit den letzten paar Worten, konnte mich Meyerhoff auch tatsächlich berühren.

Insgesamt gibt es sechs Teile dieses Zyklus, der einen Autobiografie Meyerhoffs ist. Der Aufenthalt in Amerika ist somit nur der Auftakt einer langen Reise des damals 17-jährigen Joachims. Obwohl das Buch für mich einige Schwächen hat und es mir schwer machte, mich emotional fallen zu lassen, werde ich den weiteren Teilen eine Chance geben. Denn es gab auch Lichtmomente, die mich zum Lachen brachten, ich mag den Erzählstil und ab und an schaffte es Meyerhof doch, mich zu berühren, gar poetisch zu sein.

Für Zwischendurch

Werbung – Angaben zum Buch: Kiwi, 336 Seiten, 2013, ISBN: 978-3-462-04436-2

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Silvia
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Dieses Buch hat mich auch nicht Solo gefesselt. Der zweite Teil, über das Verhältnis zum Vater und das irre Leben in einer Irrenanastalt gefiel mir besser. Den dritten Teil werde ich mir als Hörbuch wünschen. Der Kerl kann sehr gut vortragen.